Der Hintern als wichtigster Körperteil?

Gerade wieder werden alarmierende Daten veröffentlicht: Der Anteil der übergewichtigen Kinder nimmt rapide zu. Das wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus – körperlich und seelisch. Die Gründe sind schnell einmal aufgezählt: zu wenig Bewegung, einseitige Ernährung, intensive Mediennutzung – und die Kombination von alledem.

Kinder und Jugendlich weisen vielfältige motorische Defizite auf. Kein Wunder: Für den Schulweg steht das Taxi Mama bereit oder man steigt in den Bus. Und warum nehmen die Teenager nicht das Fahrrad? Weil sie das Handy während dieser Zeit nicht benützen könnten. Und weil es unbequem ist.

Die saturierte Gesellschaft weist den Jugendlichen den Weg in die Bequemlichkeitsfalle. Und da wieder rauszukommen, das ist nicht einfach. Unbequem halt. Vom Sofa in den Bus oder ins Auto und in die Sitzschule – der Hintern ist der wichtigste Körperteil. Beispiel gefällig? Gerademal vier Prozent des Tages bewegen sich fünfzehnjährige Gymnasiasten. Oder andersrum: 96 Prozent der Zeit werden auf Bauch, Rücken oder Hintern verbracht.

Der Zusammenhang zwischen körperlicher und geistiger Vitalität ist längst unbestritten. Also müsste eigentlich die Schule ein vitales Interesse haben an Kindern und Jugendlichen, die sich bewegen. Dabei geht es um weit mehr als um die Frage einer zusätzlichen Sportstunde. Es geht um das Grundkonzept der Schule als Ort des sich Hinsetzens, des Zuhörens und des Wartens auf das Läuten. Es geht um einen Wandel hin zu einer Schule mit offenen Arbeitskonzepten und integrierter Bewegung, die nicht künstlich erzeugt werden muss. Und es geht um eine Schule, die sich bewusst ist, dass Laufen schlauer macht als Sitzen.

Dicke Luft im Schulzimmer

Der Dachverband der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer will untersuchen lassen, ob stickige Luft im Schulzimmer den Lernerfolg beeinträchtigt. Das ist ja ein Ding. Lehrer, Schüler und Eltern können tief durchatmen (allerdings besser nur im Freien). Denn endlich wird es auch den Dumpfbacken in der hintersten Reihe klar: Die Luft ist schuld, wenn es mit dem Lernen nicht so klappen will.

Aber nicht nur das! Der Verbandspräsident blickt sorgenvoll in die olfaktorische Zukunft: Die Verhältnisse gefährden sogar die Gesundheit. Sollte zudem noch das eine oder andere Kind mehr im Schulzimmer sitzen und die verschiedenen Zusatz- und Sonderlehrkräfte auch noch Platz und Atemluft in Anspruch nehmen, dann wird es vollends dramatisch.

Bis 2017 werden wir noch auf die Folter gespannt. Erst dann wird es gelüftet, das Geheimnis der Studie. Erst dann werden wir wissen, dass die Lehrer lieber kleine Klassen haben (obschon das keinen Einfluss hat auf die Lernleistungen). Und erst dann werden wir endlich die wissenschaftlich hieb- und stichfesten Belege dafür erhalten, dass man die Fenster öffnen kann.

Von Pissoirs und Schweinen

Wer kann wo müssen – der „Masterplan ZüriWC“ gibt erschöpfend Auskunft über die Zukunft der stillen Örtchen in Zürich. Menschen sollen sich nicht notdürftig in die Büsche schlagen müssen. Fein säuberlich – das ist im Zusammenhang mit WCs wichtig – wird aufgelistet, mit welchen Anlagen ebendies verhindert werden soll. Der Masterplan für die Zürcher Bedürfnisanstalten nimmt sich aber auch anderen Bedürfnissen an. So wird beispielsweise auf Seite 14 festgehalten: „Neue Pissoirs sind aus Gleichstellungsgründen nicht vorgesehen.“ Aha?! Auch wenn wir uns gedanklich in Toiletten befinden: das ist kein Furz!

Zwar mögen im Zusammenhang mit „Pissoir“ erst einmal die Wörter „Stellung“ und „gleich“ auffallen. Wer aber glaubt „Stellung“ sei biologisch-körperlich gemeint, verkennt schlicht und einfach die gesellschaftspolitische Dimension des Pissoirs. Denn: Der Gender Mainstream kann keinerlei Rücksicht nehmen auf das Männchen an der Türe. Zum Glück – schliesslich haben wir keine anderen Sorgen.

Wer sich nicht einer konsequent entmaskulinisierten Sprache bedient, gefährdet den Fortbestand des Abendlandes. Mindestens. Also wird aus dem Sündenbock die Sündenziege. Der Fussgängerstreifen wird mitsamt dem Ampelmännchen zum Zebrastreifen umbenannt (obschon niemand die Zebras gefragt hat). Und auch die Schule – gerade sie – muss ihre gesellschaftspolitischen Verantwortung wahrnehmen und die Genderfahne in den Wind halten. Deshalb fällt die Turnstunde für die männlichen Schülerinnen aus. Denn „Schüler“ – das geht ja gar nicht! Schülerinnen und Schüler muss das heissen. Aus Gründen systeminnewohnender Bequemlichkeit ist daraus dann aber „SuS“ entstanden. Die „Schülerinnen und Schüler“ werden auf allen Schriftstücken als „SuS“ bezeichnet. Ein Klick auf Wikipedia zeigt: „Sus ist eine Säugetiergattung aus der Familie der Echten Schweine (…) von denen das Wildschwein (beziehungsweise dessen domestizierte Form, das Hausschwein) in Mitteleuropa am bekanntesten ist.“ Aha!

Gender Mainstream beraubt also die Männer nicht nur des geschlechtlichen Vorteils beim Anstehen vor der Toilette, er (?) macht aus Schülerinnen und Schülern auch noch Schweine. Wahrlich, weit haben wir es gebracht…